Sonntag, 14. Juni 2015

KOREAN SKINCARE - Die 10 Step Routine

Hallo meine Lieben!


Endlich ist es soweit! Heute erkläre ich euch endlich die eigentliche Pflegeroutine der Koreanerinnen. Live und ungeschnitten, komplett in deutsch und mit allen Begrifflichkeiten erklärt. 

Wie in vergangenen Posts schon erklärt, ist die 10 Step Korean Skincare eine beliebte Hautpflegemethode in Asien zur Optimierung der Hautfeuchtigkeit und zur Vorbeugung von Hautalterung, aber auch Unreinheiten und Pigmentstörungen können gemindert werden.


Obwohl diese Hautpflege sehr oft als die „10 Step Korean Skincare“ bezeichnet wird, gibt es keine feste Vorgabe der Schrittanzahl. Zwischen etwa 5 und 25 Schritte sind möglich. Viel mehr beziehen sich die 10 Schritte auf 10 Produkte, die mehr oder minder regelmäßig verwendet werden.

Manche der Produkte haben so irreführende Namen und es gibt tausende verschiedene Produktbezeichnungen. Ich möchte euch deshalb hierbei auch erklären, was genau was eigentlich ist und was genau der Zweck der jeweiligen Stufe ist – bei uns heißen die Sachen nämlich wieder etwas anders, und wenn ihr euch nicht gerade Kosmetik aus Asien importieren lassen wollt helfen euch manche Namen überhaupt nicht weiter.


Ich hoffe, euch stört dieser Post (fast) ganz ohne Fotos nicht - er soll einfach informativ sein. Auch wenn es einiges an Text ist - ich wollte nicht zwangsweise einfach irgendwelche Filder finden, die eigentlich gar nicht passen.






Meine Posts zur Korean Skincare:

1. Das Beautygeheimnis der Asiatinnen
3. Die 10 step korean skincare - Schritt für Schritt erklärt!  (lest ihr gerade)
4. Korean Skincare aus der Drogerie!
5. Korean Skincare aus der Drogerie - so gehts


Zuallererst: Haare aus dem Gesicht! Nichts ist nerviger als klebende oder nasse Haarsträhnen bei eurem täglichen Pflegeritual.

Und jetzt zum 10 Step Korean Skincare System:



1. Oil cleanser


Die allererste Stufe der koreanischen Gesichtspflege ist das Reinigen mit einem ölbasierten Reinigungsprodukt. Dieser Schritt entspricht dem Abschminken. Das ölhaltige Produkt wird auf das trockene, geschminkte Gesicht aufgetragen und kurz in die Haut einmassiert. Dann feuchtet man seine Hände an, massiert damit nochmals über die Haut und emulgiert das Produkt so auf. Zuletzt wird das Gesicht mit viel Wasser abgewaschen. So werden Makeup, Talg, Fett und andere Verschmutzungen von der Haut abgetragen.
Dies ist der erste Schritt des so genannten Double Cleansing, das ich im letzten Post schon ausführlich beschrieben habe.



2. Foam Cleanser


Der zweite Schritt des Double Cleansings ist die eigentliche Gesichtsreinigung. Hier greift man auf Reinigungsschaum, -gel oder –cremes zurück. In Asien haben solche Gesichtsreinigungsprodukte nur sulfatfreie Tenside, dadurch wird der Schaum, den man immer erst auf den Händen aufbaut, sehr fest und dicht. Idealerweise kommt bei diesem Schritt die Haut der Hände kaum mit der Gesichtshaut in Berührung. Dieser Schritt hat zwei Gründe:
  • Restliche Verschmutzungen werden entfernt und das Gesicht ist wirklich sauber
  • Das Öl vom vorhergehenden Schritt wird abgewaschen, da sonst wasserlösliche Wirkstoffe nicht in die Haut eindringen könnten



3. Exfoliant


Das Peeling. Ein Schritt, den man nicht täglich, sondern etwa 2-4 mal die Woche mit einbauen sollte. Abgestorbene Hautschüppchen werden entfernt und die Haut ist glatter und sieht gesünder aus.
Hier könnt ihr aus verschiedenen Peelingarten wählen: Egal ob mechanische Peelings (mit Peelingkörnern) oder Enzympeelings (chemische Peelings würden hier nicht in das System eingebaut werden), Hauptsache ist, dass das Peeling sanft ist und eure Haut nicht beschädigt.



4. Toner


Wir würden Gesichtswasser dazu sagen, allerdings verstehen wir unter Gesichtswasser etwas anderes als die Asiatinnen – da heißt es dann Refreshener, Toner, Booster, Liquid, Skin oder wie sie noch alle heißen. Wir nehmen ihn zum zusätzlichen klären der Haut, manche sogar zum Abschminken. Demnach hat das Gesichtswasser teils sehr viele Tenside, die auf der Haut bleiben. Der asiatische Toner ist tatsächlich schon der erste Pflegeschritt, häufig mit Hyaluronsäure, Glycerin, Urea, Aloe Vera, Milchsäure oder anderen Feuchtigkeitsspendern und im Idealfall völlig ohne Tenside. Andere Toner sollen die Haut auf kommende Wirkstoffe vorbereiten und die Haut durchlässiger für sie machen.



5. Essence/Serum/Ampoule


Jetzt kommen wir zu den etwas komplizierteren Schritten. Schritt 5 ist das, was eure Pflege beliebig lang macht, denn ihr könnt so viele dieser Produkte anwenden wie ihr möchtet – das Ganze erfolgt nach dem Prinzip des Layerings, dessen Sinn ich auch im letzten Korean Post schon dargelegt habe. Fraglich ist, ob die Haut nach 5 Seren noch ein 6. Aufnimmt. Prinzipiell ist dieser Schritt die Spezialpflege. Seren können Wirkstoffe enthalten, die besonders Feuchtigkeit spenden, es können (in Asien durchaus üblich) aufhellende Produkte sein, Vitamine oder Pflanzenextrakte, Salicylsäure, aber auch Wirkstofföle können hier verwendet werden. Die Wirkstoffe sind einfach nur konzentriert, und oft ist auch nur ein wirklicher Stoff pro Produkt enthalten. Auch chemische Peelings würde man hier jetzt einstufen. Wie viele Produkte ihr verwendet ist ganz euch überlassen, genauso wie die Frage, ob ihr die Produkte nur auf einzelne Stellen oder das gesamte Gesicht auftragen möchtet.

Zu den einzelnen Produktbezeichnungen kann man sich merken: Eine Essence ist eher dünnflüssig und hat meißt niedrigere Wirkstoffkonzentrationen, ein Serum ist etwas dickflüssiger und konzentrierter und Ampoules sind die Profis der Hautpflege und teils wirklich hoch konzentriert. 



6. Emulsion/Lotion


Eine Produktkategorie, die es bei uns so gut wie nicht gibt. Ihr könnt es euch ein wenig wie einen leicht ölhaltigen Toner oder vielleicht wie ein dünnflüssiges, ölhaltiges Serum vorstellen – oder eine verdünnte Creme. Hier kommt spätestens das erste Mal Fett auf eure Haut. Trotzdem sind nochmal viele Pflegestoffe enthalten.
Für ölige Haut sollte dieser Schritt ausfallen, denn eure Haut braucht zwar auch Feuchtigkeit, aber nicht so viel Öl wie eine trockene Haut. Alternativ könnt ihr auch nur eine Emulsion verwenden und die Cream wegfallen lassen.



7. Eye Cream


Kennt man ja von uns auch. Außer, dass wir mit etwa 30 mit der Augencreme anfangen und die Asiatinnen schon als Jugendliche. Augencreme kann Augenschatten vermindern und beugt der Faltenbildung vor. Egal ob Gel- oder Cremeform, sucht euch eine Augenpflege, die euren Bedürfnissen entspricht. Es gibt in Asien auch sehr viele verschiedene „Augenmasken“ aus Cellulose oder auf Gelbasis, die unter die Augen gelegt werden und so zusätzlich Feuchtigkeit spenden.



8. Sheet Mask


Masken werden in Korea oft etwas anders konzipiert als die Masken bei uns, die häufig schwer und cremig und voller Duftstoffe sind. Asiatische Masken sind häufig Tuchmasken, also dünne, gesichtsförmige Stoffe, die in einer pflegenden Flüssigkeit, meist einer Essence, getränkt sind. Vereinzelt gibt es solche auch bei uns, sie sollten auf keinen Fall Alkohol oder viele Parfumstoffe enthalten. Eine weitere Möglichkeit für Masken ist, wie bei der Augenpflege, die Gelbasis. Ein durchfeuchtetes, festes Gel in Gesichtsmaskenform wird auf das Gesicht aufgelegt und die enthaltene Feuchtigkeit kann in die Haut einziehen.



9. Cream


Ein Schritt den wir wieder kennen. Eine einfache Creme. Morgens eine leichtere Tagespflege, abends die pflegendere Nachtcreme. In der Nacht wird die Haut besser durchblutet (weil wir liegen), daher können Wirkstoffe besser aufgenommen werden, allerdings steigt auch die Hauttemperatur im Gesicht und somit kann Feuchtigkeit schneller verdampfen. Deshalb sind Nachtcremes noch mehr mit Wirkstoffen angereichert. Auch hier gilt wieder: keine reizenden Inhaltsstoffe! Passt die Pflege ansonsten wieder eurem Hauttyp an.



10. Sun Protection/Sleeping Pack


Tagsüber sind die Asiatinnen sehr auf ihren Sonnenschutz bedacht. Am liebsten gibt’s selbst im Winter Lichtschutzfaktor 50, um ja nicht braun zu werden und möglichst gut den Falten vorzubeugen. Ich muss hier leider sagen, dass ich persönlich das absolut nicht gut finde – Sonnenschutz ist bei starker Sonneneinstrahlung ab Mitte Frühling sicher angebracht, aber im Winter, wenn wir sowieso schon zu wenig Sonnenlicht abbekommen, kann der Sonnenschutz zu Vitamin D Mangel führen, der Muskelverspannungen und Depressionen auslösen kann und nur schwer mit Tabletten zu kompensieren ist. Bisher gibt es weder Studien, die beweisen, dass übermäßiger Sonnenschutz einen Mangel auslöst, aber es gibt auch keine Studie, die das widerlegt - ich persönlich bin also vorsichtig.
Im Sommer ist ein Sonnenschutz natürlich wichtig! Die asiatischen Produkte sind unseren hier leider wieder um ein Vielfaches voraus. Kein weißeln, keine schmierige Haut, keine klebenden Haarsträhnen im Gesicht. Westliche Produkte, die so unkompliziert sind, sind meistens "schweineteuer". Wer also eine angenehme Sonnencreme für das Gesicht sucht, sollte sich ernsthaft überlegen, sich mal in Korea umzuschauen.

Abends gibt es, als allerletzten Schritt der Pflege, das sleeping pack/die sleeping mask. Diese sind meistens nicht nochmal groß mit Wirkstoffen angereichert, sondern viel eher durch ihre Inhaltsstoffe wie Silikone okklusiv, das heißt, sie verhindern das Verdunsten von Wasser und schließen es zusammen mit den Wirkstoffen der früheren Schritte in der Haut ein. Manchmal sind sie relativ dünn und wirklich nur okklusiv, manchmal mit Ölen angereichert, manchmal haben sie noch einen whitening Effekt oder den extra Kick Hyaluronsäure. Auf jeden Fall ziehen sie schnell ein und hinterlassen kein schmutziges Kissen!
Wichtig: Morgens müssen Silikone und co unbedingt wieder runter!




Ich hoffe, meine Erklärungen sind ausführlich genug, und ihr wisst jetzt besser über die 10 Step Korean Skincare bescheid. Wenn diese Postings Anklang finden, schreibe ich gerne noch mehr darüber - was würdet ihr gerne noch zu Layering, Korean Skincare oder koreanischen Produkten wissen?



Habe ich alles gut genug erklärt?
Seid ihr neugierig auf die Korean Skincare?
Würdet ihr euch Kosmetik aus Korea kaufen?

Kommentare:

  1. hallo Maja- hast Du sehr schön erklärt- so dass ich auch gleich die vorangegangenen Artikel lesen musste. ;) Koreanische Kosmetik kenne ich nicht- aber hab mich lange gewundert, warum ich in HK und Umgebung keine Haut,- Kopfhaut -und Haarprobleme hatte. Kaum war ich wieder in Deutschland.. waren auch die Probleme wieder da. Irgendwann bin ich dann drauf gekommen, dass die Frauen dort mehr Wert auf gute Reinigung und Pflege als auf "Vertuschung" legen. Es wäre schön, wenn unsere "Schönheitslandschaft" auch mehr in die Richtung gehen würde, man solche Produkte hier bekäme (meist läuft es doch darauf hinaus, dass ich mir das selbst anrühren muss) und Kosmetikerinnen damit arbeiten. liebe Grüße und danke für Deine Artikel, Inga

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  2. Püh, unglaublich, wieviel sich die Koreanerinnen ins Gesicht schmieren! Ich bin oft schon zu faul, nach dem Abschminken noch Gesichtswasser zu benutzen...

    Jedenfalls wieder ein super interessanter Beitrag von dir, ich bekomme immer mehr Lust, mich mit dem Thema auseinander zu setzen.

    LG, OktoberKind :-)

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  3. Hi, danke für den ausführlichen Bericht :) Mir ist das leider immer zuviel Zeitaufwand, aber vielleicht wäre es ja einen Versuch wert.... Das Einzige, was ich an koreanische Kosmetik benutze, ist die "Mint Choux"-base von Etude House gegen Rötungen. Die ist 100x besser als alles, was man hier bekommt.
    Liebe Grüße :) Laura

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  4. Wow, toll erklärt! Deine Posts zu Koreanischer Hautpflege gefallen mir sehr <3
    Ich versuche mir derzeit eine Hautpflegeroutine aufzubauen - denn bisher hab ich nur bei spannender Haut / vor dem (sehr seltenen) Schminken eine Creme, ab und an ein Peeling und noch seltener eine Maske verwendet.
    Daher arbeite ich mich gerade Stück für Stück vor und ausschlaggebend war dabei tatsächlich, dass Freundinnen von mir nach Südkorea gefahren sind und mich gefragt haben, ob sie mir etwas mitbringen sollen. Völlig ahnungslos hab ich dann mal google befragt, was es so in Korea tolles gibt und dann gings los... :D Seither steht Korea ganz oben auf meiner Urlaubsziel-Liste ;-)

    Beim Lesen sind mir nun nur ein par Fragen gekommen:
    Ist das wirklich so dass bei allen koreanischen Produkten bei denen mit "whitening" geworben wird, nur Pigmentflecken und Rötungen gemeint sind und nicht, dass das Gesicht komplett aufgehellt werden soll? Ich dachte wirklich immer dass das eine Art Gegensatz zum Selbstbräuner wäre und das wäre natürlich für mich Bleichnase sehr unschön...

    Du schreibst Augencremes können Augenschatten vermindern - hast du da zufällig eine Empfehlung für mich? Egal wie viel ich schlafe, ich hab immer ziemliche Augenringe und es wäre toll sie auch im ungeschminkten Zustand etwas zu vermindern.

    Kannst du eine gute Sonnencreme empfehlen?

    Wenn ich mehrere Produkte, also Toner, Serum, Ampoule etc. übereinander schichte, am Schluss aber keine silikonhaltige Nachtcreme verwende, "verpuffen" dann die Wirkstoffe einfach in der Luft bzw. am Kopfkissen und ich hätte mir das Ganze sparen können? Bisher ging ich nämlich davon aus, dass ich (da ich nicht wirklich trockene Haut habe) mir die Nachtcreme sparen könnte...

    Morgen erhalte ich voraussichtlich meine 1. Bestellung von Paula´s Choice und werde dann auch zum ersten Mal BHA bzw. AHA verwenden - doch hätte ich diese Produkte nach dem Reinigen und vor dem Toner verwendet. Ich stelle mir vor, dass der Toner, der ja auf bzw. in der Haut bleiben soll, durch die Peelings wieder entfernt wird bzw. tiefer in die Haut eindringen und besser an ihr haften kann wenn man ihn nach dem Peeling verwendet - Oder liege ich da einfach falsch?

    Ich hoffe inständig, dass dich mein Kommentar nicht erschlägt... Aber du hast ja geschrieben man solle ruhig fragen... ;-)

    Viele Grüße,
    Sarina

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  5. Hi, deine Erklaerungen sind wirklich Gold wert ! :D
    Endlich blicke ich bei diesen ganzen skincare-Begriffen halbwegs durch, dankeschoen!
    Ich hab nur noch eine Frage:
    Wenn man anfaengt die verschiedenen pflegenden Produkte aufzutragen und einzuarbeiten, muss man dann nach jedem Schritt kurz warten oder kann man das einfach in einem fort machen?
    Also die sagen wir mal 2-3 essence/serum einfach direkt nach- und uebereinander auftragen, oder muessen die kurz in die Haut einziehen, bevor man das naechste benutzt?
    Viele Gruesse,
    Lili (^u^)/

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    1. Hallo Lili!

      Ob man dazwischen warten möchte oder nicht ist glaub ich eine Sache persönlicher Präferenz. Ich mache das so: Bei allem was flüssig ist und allem was sehr schnell einzieht mache ich keine Pause, bei Lotionen und "schwereren" Sachen warte ich so 1-3min danach :)


      Liebe Grüßchen
      Sarah

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