Mittwoch, 10. Juni 2015

KOREAN SKINCARE - Double Cleansing und Layering

Hallo meine Lieben!

Wie ihr im vorhergehenden Post zur Korean Skincare vielleicht schon herausgelesen habt, gibt es bei der Hautpflege der Koreanerinnen ein paar Grundprinzipien und Grundbausteine, die sich von unserem Pflegeverhalten unterscheiden. Wir rekapitulieren:
  • Bessere Inhaltsstoffe und ein besseres Bewusstsein dafür
  • Vorbeugung statt Nachsorge
  • Haut perfektionieren, dafür möglichst wenig Makeup



Auch in der „Vorschau“ für die Korean Skincare kamen ein paar spezifische Begrifflichkeiten auf:
  •  Double Cleansing
  • Layering


Letztere Punkte möchte ich euch heute noch näher erklären, bevor es beim nächsten Mal endlich zur eigentlichen 10 Step Korean Skincare geht.

Die Koreanische Gesichtsplfege im Überblick:





Double Cleansing

In Asien wäscht man sein Gesicht nicht einfach, man verwendet auch keine Reinigungstücher – man betreibt Double Cleansing. Zumindest, wenn man Wert auf seine Haut legt. Double Cleansing beschreibt eine Methode zum schonenden und reizarmen Abschminken und Reinigen der Haut.
Prinzipiell heißt es schonmal: Finger weg von Abschminktüchern, Wattepads und co: In der Korean Skincare entfernt man durch die Produkte, und nicht durch Reiben mit irgendwelchen Textilfasern. Weder das Augenmakeup noch der Rest wird vor der Reinigung über dem Waschbecken abgenommen.

Denn der erste Schritt, die Reinigung mit ölbasierten Reinigungsprodukten, ersetzt das Abschminken. Ölbasierte Reinigungsprodukte sind Reinigungsöle, Reinigungsbalsame oder Reinigungsfluids oder –cremes auf Ölbasis. Sie werden auf die trockene Haut aufgetragen (auch auf die Augenpartie!), sanft und gründlich einmassiert, damit das Produkt das ganze Makeup aufnimmt, und dann mit warmem Wasser „aufemulgiert“, also vermischt (in den Produkten sind neben Ölen auch Emulgatoren enthalten, die das Produkt sofort mit dem Wasser verbinden). Diese Emulsion voller Makeup, Talk und Schmutz wird dann mit viel Wasser abgewaschen.

Im zweiten Schritt geht es jetzt um die eigentliche Reinigung. Das Öl alleine wird eure Haut nicht komplett gesäubert haben, außerdem würde ein Ölfilm auf der Haut das folgende Layering bzw. die Aufnahme der Stoffe in der Hautpflege verhindern (da keine/weniger Feuchtigkeit mehr in die Haut gelangen würde). In Korea nimmt man hierfür Reinigungsschäume oder –gele, seltener Cremes, die meist ohne sulfathaltige Tenside auskommen und deshalb einen besonders dichten Schaum erzeugen. Das Produkt wird erst mit etwas Wasser in den Händen aufgeschäumt und der dichte Schaum dann auf die Haut aufgetragen und wieder kurz einmassiert. Der Schaum kann dann mit fließendem Wasser oder einem warmen, feuchten Tuch abgenommen werden.


Erst mit Öl, dann mit Tensiden - so wird die Haut auch wirklich sauber!


Das Layering

Sehr charakteristisch für die Korean Skincare ist das „Layern“ vieler verschiedener Produkte übereinander. Das kann sehr kompliziert sein und wahrscheinlich auf den ersten Blick auch unverständlich. Den Sinn dieses Prinzips möchte ich euch heute näherbringen.

Die Hautfeuchtigkeit

Zuerst müssen wir uns einen kleinen Überblick über die Haut verschaffen. Sie hat mehrere Schichten mit unterschiedlicher Festigkeit und unterschiedlichem Feuchtigkeitsgehalt. Die unterste Schicht der Haut,die Subcutis (Unterhaut), enthält die obersten Blutgefäße, Nerven und Fettgewebe. In der Dermis (Lederhaut), der Hautschicht darüber, befinden sich Haarfolikel sowie Talk- und Schweißdüsen. Da oben auf liegt die Epidermis (Oberhaut) mit der Hornhaut als oberste Schicht.
Alle Zellen außer die der Hornhaut enthalten Wasser: Die Unter- du Lederhaut etwa 70%, die Oberhaut etwa 30%. Dieses Wasser in den Hautzellen ist die Hautfeuchtigkeit. Die Zellen der Hornhaut sind sozusagen versteinerte Zellen, die keine Funktion mehr besitzen außer die, darunterliegende Zellen vor Reizung zu schützen. Für die Hautpflege ist die Oberhaut die entscheidende Hautschicht: Ist sie nicht gut genug geschützt, verliert sie Wasser. Bei einer normalen, gesunden Haut wird der Wasserverlust durch Proteine, Hautlipide und natürliche Feuchthaltefaktoren (natural moisturizing factors NMF) wie Harnstoff (Urea), Hyaluronsäure, Milchsäure und Glycerin. Diese Stoffe werden über Talk und Schweiß in und auf die Haut abgesondert.


Quelle: Wikipedia


Durch sehr warme oder kalte, trockene Luft, durch Tenside, übermäßige Sonneneinstrahlung, falsche Hautpflege (Alkohol, scharfe Tenside!) oder auch durch Medikamente (Cortison) oder Krankheiten (Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes, Hautkrankheiten) kann die natürliche Hautbarriere verändert oder entfernt werden und die Haut trocknet aus. Das kann zu Falten, Mikrorissen, Juckreiz bis hin zu offenen Wunden führen.

Zusammengefasst heißt das: Eine gesunde Haut benötigt keine zusätzliche Pflege. Durch Klimaanlagen, Heizung und den hohen Hygienestandard ist es aber praktisch unmöglich, die feuchtigkeitsbewahrende Hautbarriere zu erhalten.  Deshalb pflegen wir unsere Haut auf unterschiedlichste Weise.

Zurück zum Layering. Manche von euch werden eine Haut haben, die sehr robust ist und nicht mehr benötigt als Duschgel unter der Dusche und ab und an eine Gesichtscreme. Manche werden unter Unreinheiten leiden und überzeugt sein, dass so viel Produkt auf dem Gesicht alles nur schlimmer machen wird. Und manche werden mit trockener Haut, schuppenden Stellen und einem dauernden Spannungsgefühl zu kämpfen haben. Für wen ist Layering geeignet?

Prinzipiell sage ich: Wenn ihr mit eurer Haut zufrieden seid, dann ändert nichts an eurer Pflege. Macht einfach so weiter, wie ihr es gewohnt seid. Wenn ihr aber unzufrieden mit eurer Hautqualität seid, egal ob zu ölig, zu unrein, zu trocken, zu schlaff, dann ist für jeden von euch das Layering gedacht!

Das Prinzip des Layerns ist folgendes: Anstatt sich eine Creme ins Gesicht zu schmieren, die alles können soll, sucht ihr euch Produkte, die ganz speziell eines eurer Probleme lösen soll. Das wird bei den meisten ein Produkt sein, das möglichst viel Feuchtigkeit in die Haut bringt, wie etwa ein Serum, Fluid oder Gel. Hört ihr dann aber auf mit der Pflege, kann die zugeführte Feuchtigkeit wieder verdunsten. Tragt ihr dagegen auf die Feuchtigkeitspflege noch eine fetthaltige Creme auf, dann gibt es den so genannten okklusiven Effekt: Das Fett ist wasserundurchlässig und zwingt die Feuchtigkeit, in eurer Haut zu bleiben. Genaueres zum okklusiven Effekt und welche Inhaltsstoffe diesen Effekt haben erfahrt ihr hier.

Jetzt kann man das Layering noch optimieren: Tragt ihr unter der fetthaltigen Pflege Wirkstoffe wie zum Beispiel Hyaluronsäure, Vitamin E oder Milchsäure auf, dann können diese Wirkstoffe unter dem Öl dank der hohen Feuchtigkeit besser und tiefer in die Haut eindringen. Daraus folgt ein verbesserter Effekt und die Haut wird besser gepflegt.
Die Koreanerinnen betreiben dieses Layering in der 10 Step Korean Skincare bis zur Perfektion. Neben Feuchtigkeit und okklusiver „Abschlussschicht“ gibt es eine Vielzahl von Produkten, die zwischendrin angewendet werden, teils im ganzen Gesicht, teils Nur auf einzelne Stellen, aber immer als Ziel: Das perfekte Hautbild.


Das war viel theoretisches Wissen für heute. Das nächste Mal geht es endlich an die eigentliche Pflegeroutine – aber jetzt habt ihr ausreichend Grundwissen, um damit auch was anfangen zu können!




Was haltet ihr von Korean Skincare?
Würdet ihr das Layering ausprobieren?
Was stört euch an eurer Haut am meisten?

Kommentare:

  1. Sehr interessanter Artikel! Ich habe nur flüchtig von der koreanischen Pflege mitbekommen und jetzt weiß ich mehr darüber Bescheid. Aber was ich mich frage, ist es nicht sehr zeitintensiv? Ich habe leider sehr trockene und empfindliche Haut und suche ständig nach Cremes, die zwar viel Feuchtigkeit spenden, aber gleichzeitig die Haut nicht verstopfen und keinen Film hinterlassen. Vielleicht lässt sich das durch das Layering ja finden?

    Liebe Grüße von der Alice
    rotebaeckchen.blogspot.de

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    1. Hallo Alice!
      Viele denken, dass das ganze sehr lange dauert - ich würde schätzen, ich brauche 10 bis maximal 12 Minuten, je nachdem, wie es meiner Haut grad so geht. Ich kann darüber gerne in Teil drei noch was erzählen!
      Prinzipiell kann mans ja auch einfach mit einem oder zwei Zusatzprodukten probieren, dann braucht man vllt nur 2 Minuten länger als vorher. Da kann man sich gut rantasten und ausprobieren, und man muss ja auch nicht alles übernehmen!

      Liebe Grüßchen
      Sarah

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